5.3. – Mathe auf burkinisch

Hallo allerseits, nun sind mehr als 2 Wochen seit dem letzten Eintrag vergangen, dass tut mir Leid, eigentlich hatte ich vorgehabt, öfter was reinzustellen. Wie dem auch sei, das mit dem Internet und dem Elan ist hier ja nicht so einfach, bin im Grunde immer nur zum skypen mit Clarissa (meiner Freundin) im Netz (an dieser Stelle: die besten Grüsse Schatz, ich vermisse dich!!!).

In den letzten Wochen hat sich einiges getan, einiges ist aber auch beim alten geblieben. Zunächst das alte: Die Schule.

Also alles von dem ich schon erzählt habe läuft mittlerweile alles ziemlich gut. Ich habe mich jetzt so nach 4 Wochen dazu entschieden, kaum noch im Unterricht zu hospitieren, da das hier zum Grossteil sehr ähnlich abläuft und zugegebener maßen auch in Anbetracht der Hitze etwas ermüdend ist. Außerdem gibt’s viele Dinge, die ich machen kann und die mir sinnvoller und hilfreicher für die Schüler erscheinen. (Den anderen geht’s da ähnlich) Da ja der Deutschunterricht etwas ausgelastet ist, mache ich nur jeden Freitag beim Deutschchor mit, den Julia, die Langzeitpraktikantin leitet und der sehr Spaß macht. Wie ihr ja alle wissen müsstet, bin ich ein Halbgott am Mikrofon ;-) und als Bass unersetzbar, wenn wir zusammen mit den Interessierten aus den Deutschklassen die deutsche Nationalhymne [sic.], auf der Mauer auf der Lauer, der Kuckuck und der Esel und andere Lieder singen; und es hört sich gar nicht mal so schlecht an (heute hab ich Videos gemacht, die zeige ich euch dann mal). Dienstags und donnerstags biete ich Fußballtraining an und der Zulauf ist rege. Ich sag’s euch, mit bis zu 70 Leuten, 2 Bällen und viel zu wenig Platz zu trainieren ist schon anstrengend. Aber umso schöner ist es, wenn man sieht, dass es trotzdem allen Spaß macht, Devise: weniger ist oft mehr. Schließlich habe ich den Matheunterricht als drittes Standbein auserkoren. Auch hier in Burkina Faso – welch Wunder – haben viele Leute Probleme in diesem ach so schönen Fach und aufgrund der enormen Klassengröße ist es dem Lehrer oft nicht möglich, allen zu helfen. Das übernehme ich so gut es geht und mittlerweile spricht es sich rum, dass ich da bin und helfen kann und in den Pausen und Freistunden habe ich gut zu tun. Manchmal gehe ich dann doch noch in andere Stunden um auch den hiesigen Lehrern mal über die Schulter zu schauen. Soviel zur Schule…

An den letzten Wochenenden waren wir unterwegs und haben so die Umgebung der Hauptstadt besser kennen gelernt. Am 20.2. haben wir Krokodile gesehen und gefüttert (ich saß sogar auf einem drauf), wie gut ich das fand ist zu diskutieren…interessant war es allemal. Letztes Wochenende waren wir samstags den ganzen Tag mit Herrn Sempbeogo unterwegs, der ein sehr faszinierender Mensch ist. Er hat aus dem Nichts und ohne Mittel einen Verein und eine Schule gegründet, mit dem Ziel, mittel-, eltern- oder chancenlosen Kindern Schulbildung zu ermöglichen. Wir waren in der Schule außerhalb von Ouaga und waren echt beeindruckt. Die Lehrer dort bekommen außer Kost und Logis für ihren Ganztagsjob kein Geld, die Schule ist halb fertig und den Schülern geht es oft nicht sehr gut. Trotzdem gelingt es irgendwie, das Projekt zu entwickeln und das fand ich echt faszinierend. Spontan habe ich gesagt, dass dies ein Projekt sein könnte, dass ich (nicht unbedingt finanziell sondern eher strukturell und mit Kontakten) unterstützen möchte. Ich werde demnächst berichten, wie sich das entwickelt. Sonntag waren wir im Stadion bei der afrikanischen Chanpions League, ASFA Yennenga aus Ouagadougou gegen Stade Madali aus Libreville im Gabon. 4:1 für Ouaga, damit Einzug in die nächst Runde und echt tolle Stimmung. Werden sicherlich noch mal gehen!

Dies soll es für diesmal sein, nächstes Mal möchte ich gerne mehr zu meinen Gedanken bezüglich Land, Leuten und Leben schreiben und über weitere Erlebnisse berichten. Heute Nacht geht’s auf nach Bobo-Dioulasso und von da direkt weitere nach Banfore (Abfahrt heute 23:00, Ankunft morgen 08:15). Bis Dienstag werden wir dann eine der schönsten (so sagt man) Gegenden des Landes sehen. Ich bin gespannt und froh, dem Großstadtleben für einige Zeit entfleuchen zu können.

Ich wünsche euch einen schönen Frühlingsbeginn in Deutschland, alles gute und bis bald, euer LUKAS

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