16.2. – Von Wärme, Staub und Schule

Liebe Leute,
schone eine Woche habe ich mich  nicht mehr gemeldet, das liegt vor allem daran, dass wir momentan in dem neuen Haus kein Internet haben und zu faul sind, zum Internetcafé zu gehen. Nun möchte ich euch kurz die letzten Neuigkeiten aus dem karnevalslosen (freude) Afrika angedeihen lassen.
Seit Samstag wohnen wir also jetzt in unserem „eigenen“ Haus, dass dann wohl für einige Zeit von for fair education angemietet bleibt. Wie es bei einem Umzug so üblich ist, fehlt es an allen Ecken und Enden an Dingen, die teils wichtig, teils unwichtig sind. Leider sind die Leute hier zum Teil nicht ganz so zuverlässig, teils sind aber auch gewisse Materialien nicht ohne Weiteres vorhanden. Aber nach und nach wird hier alles eingerichtet und seit heute haben Marit und ich dann endlich auch mal ne Klimaanlage in unserem Zimmer (davor war es echt verflucht warm nachts), allerdings ist das Haus leider nur mit 15 Ampere abgesichert, sodass nur eine Klimaanlage auf einmal an sein darf. Nächstes Ziel: mindestens 20 Ampere-Sicherung, aber auch das läuft. Ansonsten würde ich sagen, dass wir uns gut eingelebt haben und uns so langsam anfangen, heimisch zu fühlen. Wir haben eine schöne Terrasse, auf der wir gerne sitzen und gegen die Mücken kämpfen (vor allem Abends, aber dann ist es draußen auch am schönsten). Ebenfalls ab heute geht auch unser Herd, sodass wir hoffentlich ab morgen auch mal kochen können hier. In den zwei Zimmern die wir haben schlafen wir je zu zweit, das geht klar. Hinter dem Haus haben wir auch noch eine Terrasse, die wir aber noch mehr kultivieren müssen.
Wir gehen bis jetzt (wegen der Herdproblematik) häufig essen, was sich vom Preis her aber echt gut machen lässt und es ist lecker. Wir sind übrigens sehr schnell dazu übergegangen, quasi alles zu essen, was es hier gibt und es geht uns gut, bis auf Marit, die derzeit kleinere Magen-Wehwehchen hat.
Mit den Leuten, mit denen wir hier zu tun haben, verstehen wir uns sehr gut, sie sind alle sehr zuvorkommend, kümmern sich gut und sind froh, dass wir da sind. Neben Issa und Igor die ihr schon kennt, sind vor allem Frederick, der der Verwalter von for fair education hier ist und uns mit Rat, Tat und Geld (bei der Einrichtung des Hauses) zur Seite steht, Bernard, unser Hausmann und Koch im neuen Haus und Drissa, unser privater Taxifahrer zu  nennen. So einen Taxifahrer braucht man hier schon, da es sonst wenige Möglichkeiten gibt von A nach B zu kommen. Drissa ist zuverlässig und fährt uns immer, wenn Issa nicht kann.
Seit letztem Mittwoch sind wir in der Schule unterwegs und nachdem die Schulleitung und die Lehrer (leider) relativ spontan erfahren hatten, dass wir kommen würden, haben wir bis heute mit der Hilfe des sehr offenen und netten Herrn Ouattara einen guten Plan für die kommenden Wochen erstellt. Wir werden zum Teil hospitieren und selbst Stunden geben; darüber hinaus geben wir Sonderkurse, die für den Schulalltag sinnvoll und hilfreich sind. Mit Antje und Fiona mache ich zwei Mal die Woche einen Mathe-Nachhilfe-Kurs für schwache Schüler bestimmter Klassen, in denen demnächst Abschlussprüfungen sind. Wir alle zusammen machen einen Musikkurs auf Englisch (Deutsch gibt’s schon). Wir werden Lieder singen und Gitarre spielen. Donnerstags nachmittags machen wir Sport, ich werde das Training einer Fußballmannschaft übernehmen, Antja und Fiona machen Volleyball und Gymnastik. Außerdem werden die drei Mädels einen Kunstkurs anbieten, da es so etwas hier an der Schule überhaupt nicht gibt. Das Ziel könnte dann ein Kunstwettbewerb mit attraktiven Preisen, ein Freundschaftsspiel im Fußball gegen eine andere Schule und eine kleine Gesangsaufführung auf einem anstehenden Schulfest sein. Wie das alles gedeiht werde ich euch demnächst erzählen.
Hier staubt es immer sehr, weswegen die Augen etwas in Mitleidenschaft gezogen werden, aber ich denke man wird sich daran, wie an die Hitze (ey es soll im März und April noch wärmer werden!!!) gewöhnen. Marit hat deswegen eine Mandelentzündung davongetragen, von der wir dachten, dass sie unter Umständen die Malaria sein könnte. Wir waren auch im Krankenhaus, aber es war falscher Alarm, zum Glück!
Wir wünschen euch allen eine schöne Zeit in Deutschland und beneiden euch etwas um die Kälte, wie ihr uns vielleicht um die Wärme beneidet…dass man aber auch nie zufrieden ist. In diesem Sinne,

Wénd ná kò-d nìn-dáare (auf Wiedersehen auf Morré)!

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