10.2. – endlich da

Liebe Leute,

nach 2 im Grunde angenehmen Flügen und einigen langweiligen Stunden (und einer verflucht teuren Mahlzeit) in Paris, sind wir Montagabend gegen 20:45 endlich in Ouagadougou gelandet. Ich muss sagen, es tat dann auch wirklich gut, dass es endlich losgegangen ist und die ganzen Vorbereitungen usw. ein Ende hatten. Bis jetzt sind mehr als 24 Stunden vergangen und meine ersten Eindrücke sind mit einer Mischung aus Überwältigung, Staunen, Euphorie und Freude zu beschreiben. Schon am Flughafen in Ouagadougou sind wir prompt in eine fremde Welt getreten, die man sich zwar schon irgendwie aber dann doch nicht so vorgestellt hat. Innerhalb der ersten paar Minuten in diesem Land habe ich dann doch Jacke und Pulli ausgezogen, bei warmen 30°C wohl verständlich. Nach dem ersten Saunagang erwartete uns ein aus Holzplatten provisorisch abgetrennter Ankunftsbereich, in dem alle Leute (Abholer, wie Ankommende), herumwuselten und Visumsanträge und Einreiseanträge ausfüllten, entsprechende Dinge kontrollierten oder mit gezückten Schildern auf bestimmte  Menschen warteten. Nichts da Security etc. Ich habe die ganze Situation lustiger Weise dadurch aufgelockert, dass ich das Licht in der gesamten Abflughalle ausgemacht habe, indem ich mich an den Lichtschalter lehnte (natürlich ungewollt), der mitten an der Wand prangte und dort nun wirklich ungünstig angebracht war. Naja, es ist nochmal glatt gegangen und ich hab das Licht dann auch wieder angemacht. Die Gepäckausgabe war ein bisschen wie ein Bazar, da es kein Förderband gab und man sein Gepäck zwischen den hunderten anderen Fluggästen auf ebenfalls provisorischen Holzkisten suchen musste. Nun ja, für uns kein Problem, wir sind einfach alles ganz ruhig angegangen und siehe da, es fehlte kein Gepäckstück und durch ein kleines Trinkgeld für den Trollifahrer gings auch am Zoll schnell.

Da waren wir! Von Issa (unserem Fahrer bei Bedarf) und Igor (arbeitet hier für das Projekt GLOWA) wurden wir abgeholt und zu unserer Unterkunft der Maison GLOWA gebracht. Die Fahrt gestaltet sich rasant(wie auch sonst alle Fahrten bisher und wohl auch in der Zukunft); es heißt Ruhe bewahren, Issa macht das. Es gibt keine Straßenmarkierungen, nur zum Teil Asphalt (sonst Schotter), wahnsinnig viele Fahrrad-, Moped- und Motorradfahrer (natürlich ohne Schutzkleidung und nur selten mit Licht), ein Wunder eigentlich das nicht ständig Unfälle passieren, aber das läuft hier schon!

Mittlerweile haben wir dann ja 2 Nächte hier geschlafen und zwei Tage verbracht und es ist mal an der Zeit kurze Bilanz der ersten Eindrücke zu ziehen:

Es ist verflucht warm, deutlich über 40°C, das gilt es auszuhalten…

Wir wohnen in der Maison GLOWA, das Haus bietet für hiesige Verhältnisse wirklich viel Luxus, auf jeden Fall auch mehr, als ich vorher erwartet hatte. Wir haben hier Internet, Klimaanlagen und gute sanitäre Anlagen. Außerdem sind immer Leute da, die aufpassen für uns da sind. Man fühlt sich sicher und gut. Es zeigt sich schon alleine daran: man braucht nur genug Geld und schon kann man sich viele Annehmlichkeiten leisten. Das ist wohl eine der Sachen, die mir am schwersten fällt: Die Rollenverteilung hier ist ziemlich klar und strikt. Wir sagen was und wen wir brauchen und das wird dann organisiert. Andererseits sagen wir uns, dass wir Geld in das Land bringen und für gewisse Leute Arbeitsplätze schaffen. Insofern ist es vielleicht doch gar nicht so schwer, damit umzugehen, in was für einer Rolle man sich hier befindet. Jedenfalls versuchen wir und mit den Leuten gutzustellen.

In den ersten Tagen haben wir uns hauptsächlich mit 2 Sachen beschäftigt. Seit gestern morgen sind wir unterwegs gewesen um die Stadt kennenzulernen und grundlegende Dinge zu besorgen (Handykarte è meine burkinische Nummer: 0022674024807; auf der könnt ihr gerne jeder Zeit anrufen, SMS am besten an mein deutsches Handy). Zwischendurch waren wir essen und haben später dann angefangen nach einem Haus für uns zu suchen, da Dominik für For Fair Education auf lange Sicht ein Haus Mieten möchte, in dem die Leute schlafen können. Das ist nicht nur billiger, sondern auch angenehmer, da man nicht darauf angewiesen ist, dass das Haus des Projekts GLOWA frei ist. Heute haben wir dann auch eins gefunden, dass wir nehmen werden und haben angefangen alle wichtigen Sachen dafür zu organisieren. Ich berichte später mehr, wenn das alles in die Wege geleitet ist. Wenn Die andere wichtige Sache, die wir heute in Angriff genommen haben, war unser Praktikumsablauf. Wir waren in der Schule, haben den Schulleiter, einige Lehrer und eine andere deutsche Praktikantin kennengelernt und einen ersten kleinen Einblick in den Schulalltag bekommen. Der erste Eindruck der Schule war gut, aber ich schreibe später mehr dazu, wenn ich ein bisschen länger da bin. Jedenfalls hat man uns auch da gut aufgenommen und sich gefreut, dass wir da sind und ich gehe davon aus, dass wir eine gute Zeit verleben werden.

Das soll jetzt fürs erste reichen, wenn ich meine Erfahrungen etwas verarbeitet und alles geordnet habe, dann werde ich versuchen das nochmal detaillierter zu beschreiben. Erstmal an alle, uns geht’s gut hier und wir sind echt zufrieden, da zu sein! Es wird eine gute Zeit werden!

Eine Antwort zu „10.2. – endlich da“

  1. Susi sagt:

    Hey Lukas,
    ich bekomme ein wenig Fernweh, wenn ich deine Erlebnisse so lese… Zu der Geschichte mit dem Lichtschalter am Flughafen höre ich Sarah übrigens jetzt schon “Das ist so typisch Lukas!” sagen… Ich bin gespannt, wie’s bei dir weitergeht und drücke euch die Daumen!

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