Schande über mein Haupt, dass ich seit so langer Zeit nichts mehr in den Blog geschrieben habe. Irgendwie war einiges los in letzter Zeit und wir waren auch weg zwischendurch. Des Weiteren ist das jedes mal aus neue ein Krampf mit dem Internet. Heute nun, gerade mal 1,5 Wochen vor meiner Rückkehr, und dann auch noch an meinem Geburtstag, möchte ich euch doch mal wieder wissen lassen, dass es uns gut geht, wir noch leben und nach wie vor eine gute Zeit verleben! Aber der Reihe nach.
Unser Spendenaufruf war ein voller Erfolg! Sehr schnell hatten wir die erste Million Franc CFA zusammen, sodass wir das angestrebte Bauprojekt wie geplant am Samstag, 20.3. starten konnten. Mittlerweile ist genug Geld da, um auch die Klassenräume noch mit Materialien auszustatten und evtl. einige weitere kleine Investitionen an der Schule vorzunehmen. Über den weiteren Fortschritt werde ich euch natürlich immer in Kenntnis setzen. Gestern Abend jedenfalls wurde der Bau abgeschlossen, sodass heute wie geplant die Einweihung stattfinden kann. Fotos folgen, sobald die Internetverbindung besser ist (sprich, wenn ich in Deutschland bin). An dieser Stelle möchte ich schon mal allen edlen Spendern für ihre Bereitschaft danken, etwas zu unserem Projekt beizusteuern. Ohne euch wäre das nicht möglich gewesen und wir sind stolz, dass es letztlich so gut geklappt hat!
Auch unsere sonstigen Arbeiten hier sind vorangeschritten. Die Arbeit an der Schule geht so weiter wie immer und es gibt keine besonderen Neuigkeiten. Die Arbeit macht Spaß und kommt bei Lehrern, Schulleitung und vor allem Schülern gut an. Weiterhin haben wir mit einem weiteren Projekt begonnen, aus dem ein Kinderbuch in Deutschland entstehen soll. Deutsche Schüler aus Marl hatten Fragen formuliert, die sie den burkinischen Kindern stellen wollten. Nun haben wir dasselbe mit den burkinischen Schülern gemacht. In einem zweiten Schritt haben dann die burkinischen Kinder die Fragen aus Deutschland beantwortet. Dasselbe werden die deutschen Schüler dann auch tun. Die Auswertungen laufen noch, beizeiten werdet ihr mehr von dem Projekt erfahren. Für die Wunschzettelaktion, die alljährlich in der Weihnachtszeit bei Karstadt läuft, und bei der Kinder aus armen Regionen der Erde ihre Wünsche aufschreiben und Kunden des Geschäfts diese dann einkaufen und abgeben können, haben wir in den Schulen Beiträge gesammelt. Man wird sehen müssen, ob und wie dieses Projekt dann Ende des Jahres läuft. Schließlich haben wir auch die möglichen Dinge für die angestrebte Partnervereinsgründung von For Fair Education hier in Burkina Faso in die Wege geleitet. Alles Weitere muss dann später erfolgen, da noch Dokumente aus Deutschland fehlen. Ihr seht also, unsere Arbeit trägt Früchte und das ist ein gutes Gefühl.
Soviel zum „Pflichtprogramm“. Seitdem ich das letzte Mal geschrieben habe, waren wir in Banfora, im Park de Nazinga und in Ghana. In Banfora (5.-8.3.) haben wir Wasserfälle, Nilpferde und schöne Felsformationen besichtigt. Vor allem die schönen Landschaften dort haben mich beeindruckt, aber auch die Sichtung von wilden Nilpferden hat etwas für sich. Es war ein schönes Wochenende, vor allem weil wir endlich mal etwas anderes von Burkina gesehen haben, als die Hauptstadt.
Im Park de Nazinga (14.-15.3.) konnte man verschieden wilde Tiere sehen, am imposantesten natürlich die Elefanten. Während man auf der geführten Tour relativ enttäuscht wurde (mal eine Antilope hier hinter ‘nem Busch, mal ein Warzenschwein dort am Baum), waren die Sichtungen an der Wasserstelle, die direkt neben den Unterkünften war, umso atemberaubender. Eine große Herde Elefanten suhlte sich dort, um der Hitze zu entgehen und man kam bis auf 5 Meter an die Tiere ran. Schon eine tolle Erfahrung!
Schließlich sind wir letzten Sonntag nach Ghana gefahren und bis gestern dort geblieben. Wir waren im Inland und an der Küste und haben festgestellt, dass der Entwicklungsunterschied zwischen Ghana und Burkina Faso sehr viel höher ist, als erwartet. Man kam sich schon sehr europäisiert vor, sowohl in den größeren Städten, als auch in den Küstendörfern, die meistens für weiße Touristen hergerichtet wurden. Es war schön dort und wir haben ein bisschen die Seele baumeln lassen. Außerdem haben wir Accra und Kumasi besichtigt und sind den Canopy Walk im Kakuma Nationalpark gelaufen (eine schmale Hängebrücke, etwa 30 m über dem Regenwald, eine abgefahrene Erfahrung!!). Die Fahrten waren jeweils relativ langwierig, da es doch sehr weit war und die Straßen nicht so gut waren. Insgesamt sind wir wohl 50 Stunden Bus gefahren in den letzten 10 Tagen. Gekrönt von einer 25-stündigen non stop Fahrt von Accra nach Ouagadougou, die Montag gegen 11:30 Uhr begann und gestern um 12:30 Uhr ihr Ende nahm. Nun ja, auch sowas will gemacht werden und im Nachhinein denkt man gerne an solche Trips zurück!
All diese Dinge werde ich nach meiner Rückkehr bei Interesse mit Fotos und Erzählungen präzisieren.
Nun stehen uns noch 1,5 Wochen bevor, in denen auch noch einiges anliegt. Ein bisschen freue ich mich schon auf zu Hause, vor allem auf eine ganz bestimmte Person (Clarissa, miss you so!!); wie Hesse schon sagte, soll man ja auch an nichts wie an einer Heimat hängen! Es war und ist schön hier und ich bereue nicht, es gemacht zu haben, aber die näherrückende Rückkehr ist auch ein schöner Gedanke!
Schöne Ostertage euch allen und bis bald, LUKAS